Du betrachtest gerade Vom Baum zum Balken

Vom Baum zum Balken

Ein Schülerbericht von Karina Unterhitzenberger aus der Klasse BAZ10:

Am Mittwoch, 07.10.2026, ging es für uns auf Exkursion nach Ruhpolding ins Bergwalderlebniszentrum. Unser großes Ziel war an diesem Tag, die für uns als künftige Zimmerer wichtigen Holzarten besser kennenzulernen und den Prozess vom Baum bis zum Kantholz nachvollziehen zu können. Welche äußeren Faktoren wirken auf Holz ein? Wie wird der Zustand der Bäume und somit die Qualität des Rohstoffs Holz beeinflusst? Diese und andere Fragen sollten an diesem Tag geklärt werden.

Bei traumhaftem Wetter machten wir uns um 08:45 Uhr mit dem Bus auf den Weg und kamen ungefähr um 10:15 Uhr an. Vor Ort wurden wir bereits durch das nette Team des Bergwalderlebniszentrums erwartet, das uns schließlich ein Stück weit den Berg Hochgern hinaufbrachte. Dort oben standen wir einem großen Stapel Baumstämme gegenüber. Reini, einer der Ausbilder vom Bergwalderlebniszentrum, erläuterte uns zuerst an den bereits gefällten Stämmen, wie Holz nach dem Umschneiden in Qualitätsklassen eingeordnet wird. Wir lernten, welche Holzfehler es gibt und was diese für die spätere Weiterverarbeitung bedeuten. Dabei machten wir uns auch mit der Rahmenvereinbarung für Rohholz (RVR), einem wichtigen Regelwerk, das zwar nicht gesetzlich verbindlich ist, aber als wertvolle Richtlinie dient, vertraut.

Besonders interessant waren Phänomene wie das Entstehen von Ringschäle – ein tangentialer Riss im Holz, der zustande kommt, wenn ein Baum plötzlich von deutlich mehr Licht getroffen und dadurch ein abrupter Wachstumsschub ausgelöst wird. Darüber hinaus wurden die Schnittklassen besprochen sowie der Befall durch Insekten (wie den Borkenkäfer) und die dadurch verursachten Schäden. Wir lernten Begriffe wie den Zopf (den dünnsten Mindestdurchmesser, den ein Stamm haben muss) kennen und durften in eigenen Selbstversuchen direkt nachmessen, ob ein Baumstamm die passenden Maße für den gewünschten Balkenzuschnitt aufweist.

Schneller als gedacht wurde es Mittag, wir fuhren also zurück zur Station des Bergwalderlebniszentrums und legten dort eine Pause zur Stärkung ein. Nach unserer Pause wartete bereits der letzte Programmpunkt auf uns: Gemeinsam mit Ausbilder Lorenz wiederholten und vertieften wir die einzelnen Bestandteile eines Baumstammes – von Kambium und Mark bis hin zu Kern und Splint. Auch die Unterschiede zwischen Seiten-, Mittel- und Kernbrettern wurden noch einmal erläutert.

Zum krönenden Abschluss bekamen wir als Klasse verschiedene Holzscheite vorgelegt, die wir den richtigen Holzarten zuordnen mussten. Dabei tauschten wir uns ausführlich über die jeweiligen Besonderheiten der Hölzer aus und konnten das aufgeschnappte Wissen anwenden. Kurz nach 14:00 Uhr tragen wir den Heimweg nach Altötting an.

Zusammengefasst erlebten wir in Ruhpolding einen rundum gelungenen und geselligen Tag, der bei bestem Wetter nicht nur viel Spaß gemacht hat, sondern vor allem sehr hilfreich für unsere Ausbildung war!