Derzeit zeigt die Abteilung Körperpflege eine kleine Ausstellung zu historischen Werkzeugen, die Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts verwendet wurden. Diese wurden den beruflichen Schulen nach der Auflösung des Friseursalon Rothmaier zur Verfügung gestellt.
Um 1900 arbeitete der Friseur mit Werkzeugen, die heute oft altmodisch wirken, damals aber hochmodern waren. Das wichtigste Instrument war die Handschere, meist aus Stahl gefertigt und deutlich schwerer als heutige Modelle. Sie musste regelmäßig geschärft werden, oft direkt im Salon. Ebenso unverzichtbar war das Rasiermesser mit klappbarer Klinge. Es wurde für die tägliche Rasur, aber auch für präzise Konturen an Haar und Bart verwendet.
Zum Formen der Frisuren nutzte man Kämme oder Wickler aus Horn und Holz sowie Bürsten mit Naturborsten. Locken entstanden mithilfe von Metall-Lockenstäben, so genannte Onduliereisen, die über einer offenen Flamme erhitzt wurden – eine Technik, die viel Erfahrung verlangte. Typische Frisuren dieser Zeit waren bei Männern streng gescheitelte Kurzhaarfrisuren und gepflegte Schnurrbärte, bei Frauen hochgesteckte Frisuren mit Wellen und Ornamenten.
In den 1920er Jahren änderten sich sowohl Mode als auch Technik deutlich. Bei Frauen wurde der Bubikopf modern: eine kurze, gerade geschnittene Frisur, die Selbstständigkeit und Modernität symbolisierte. Um diese Frisuren umzusetzen, wurden die Scheren präziser und feiner. Neu war außerdem die Dauerwelle, die mit chemischen Lösungen und schweren, beheizten Wickelapparaten arbeitete. Diese Geräte bestanden aus Metallwicklern, Kabeln und Heizgeräten und machten Friseursalons zu technisch geprägten Arbeitsräumen.
In den 1930er und 1940er Jahren hielten zunehmend elektrische Geräte Einzug. Elektrische Haarschneidemaschinen erleichterten Kurzhaarschnitte bei Männern. Auch erste elektrische Haartrockner wurden genutzt, oft als große Hauben über dem Kopf. Frisuren wurden weicher und welliger: Frauen trugen Wasserwellen oder sanft geschwungene Locken, Männer bevorzugten glatte, pomadisierte, nach hinten gekämmte Haare.
Trotz technischer Fortschritte ist der Friseurberuf bis heute noch ein echtes Handwerk, das Geschick, Erfahrung und viel Zeit erfordert. Die Werkzeuge entwickelten sich weiter, doch Können und Präzision stehen weiterhin im Mittelpunkt der Arbeit.
Text von Eva Eckl, OStRin